Das neue Führungsverständnis – mit selbstorganisierten Teams Zusammenarbeit effektiv und erfolgreich gestalten

Mehr als deutlich spüren wir in der aktuellen Zeit, dass sich die Zusammenarbeit und die Führung in Unternehmen verändern. Bis vor wenigen Monaten standen viele Führungskräfte flexiblen Arbeits- und Arbeitszeitmodellen noch skeptisch gegenüber. Sie wurden häufig scharf diskutiert und abgelehnt, denn Kontrolle zählte in hohem Maße zum vorherrschenden Führungsverständnis. Doch eine Führungskultur, die darauf ausgerichtet ist, klare Vorgaben und Anweisungen zu geben und das Befolgen dieser Ansagen zu kontrollieren, ist nicht mehr en vogue. Heute ist von essenzieller Bedeutung, den Kunden und seine Bedürfnisse in den Mittelpunkt zu stellen und mit selbstorganisierten Teams schnell auf seine Wünsche zu reagieren.

 

 

In zahlreichen Unternehmen hat der durch die Corona-Krise bedingte Zwang zum Homeoffice die Aktivitäten zur Vernetzung und Digitalisierung der Zusammenarbeit deutlich vorangetrieben. Wenn die Pandemie vorüber ist und die Unternehmen ihre neue Realität aufbauen, stehen die Werkzeuge und die Infrastruktur zur Verfügung, um flexibles Arbeiten als festen Bestandteil der Unternehmenskultur zu verankern. Wie die aktuelle Analyse von Peakon aufzeigt, steigt die Erwartung an flexibles Arbeiten insbesondere in Deutschland stark an und wird vor allem von den jüngeren Mitarbeitern, die nach 1981 geboren und mit dem Internet und den Smartphones groß geworden sind, eingefordert. Da die Millennials (geboren 1981 – 1996) und die Generation Z (geboren 1997 oder später) schon heute 60 % der Arbeitnehmerschaft ausmachen, werden Unternehmen, die sich jetzt nicht auf diese Erwartung einstellen, in Zeiten des zunehmenden Fachkräftemangels noch mehr Schwierigkeiten haben, begehrte Talente anzuziehen.

Flexibel Arbeiten und dabei den Kunden in den Fokus rücken

Für Unternehmen im Gesundheitssektor hat die Corona-Krise zudem das Voranschreiten der Digitalisierung und aller damit verbundenen Neuerungen beschleunigt. Dies kann zu positiven Veränderungen in der Produktivität führen, wenn die Potenziale der Digitalisierung auch genutzt werden. Ein wichtiger Erfolgsfaktor dafür ist, den Endkunden, also den Patienten, in den Mittelpunkt aller unternehmerischen Aktivitäten zu stellen (siehe Beitrag „Digitalisierung im Gesundheitssektor: Die 1. Dimension – den Nutzen für Patienten durch digitale Technologien signifikant steigern“). Die bisherigen internen Abläufe in klassisch hierarchisch organisierten Unternehmen passen jedoch weder zur flexiblen Arbeit noch zu einer konsequenten Ausrichtung auf den Patienten. Es gilt, das Unternehmen als Ganzes neu zu denken und die Mitarbeiter überzeugend auf die Reise in die Zukunft mitzunehmen.

Selbstorganisierte Teams statt funktionaler Silos

Das vorherrschende Tempo der heutigen Arbeitswelt, das geprägt ist von rasanten Veränderungen, bringt komplexe Herausforderungen mit sich, die ein hohes Maß an Flexibilität erfordern. Es braucht eine gedankliche Umstellung, einen Perspektivenwechsel und eine Änderung der Haltung, um Lösungen zu generieren und die Herausforderungen zu meistern. In diesem Zusammenhang ist es wichtig, dass Führungskräfte echte Teamaufgaben mit einem möglichst breitem Wertschöpfungsspektrum entwickeln. Ziel sollte es sein, dass das Team eine Leistung auf- und ausbaut, die aus Sicht des Patienten vollständig ist und ihn befähigt, seine Ressourcen zu stärken und möglichst selbstständig und selbstbestimmt zu leben. Es geht dabei um viel mehr als nur darum, ein Arzneimittel oder ein Medizinprodukt zu verkaufen.

Wandeln Sie jetzt die bestehenden funktionalen Silos, wie z. B. Marketing, Vertrieb und Service, in selbstorganisierte Teams um. Diese können sich schneller an den Bedürfnissen der Patienten ausrichten, Kooperationen und Netzwerke aufbauen und stets darauf abzielen, die Wünsche, Engpässe und Probleme besser und schneller zu lösen als andere Marktakteure. Starten Sie jetzt, denn es besteht nicht nur ein Wettlauf in Deutschland, sondern vielmehr noch auf internationaler Ebene. Die branchenfremden Tech-Unternehmen Google, Apple, Facebook und Amazon (kurz: GAFA) haben das Potenzial des Gesundheitssektors längst erkannt und investieren hohe Summen in diese Kompetenzen, um Marktanteile zu erobern.

Von der direktiven Führungskraft zum Coach, Berater und Gestalter des Wandels

Führungskräfte bekommen eine ganz neue Bedeutung und zugleich eine neue Chance. Denn sie sind nicht mehr nur eine Führungskraft, die Ziele vorgibt und die Zielerreichung kontrolliert. Sie sind jetzt umso mehr ein richtiger Coach, Berater und Gestalter des Wandels, ein Change Agent. Sie sind Unterstützer ihrer Mitarbeiter, ein Dienstleister an der Organisation. Aufgabe der Führungskraft ist es, kluge Fragen zu stellen und dem Team Raum zu geben, eigene Entscheidungen zu treffen.

Je mehr Aufgaben, Kompetenzen und Verantwortung sie an das Team delegieren, desto mehr können sie loslassen und sich vermehrt auf die Arbeit am System als Coach und Change Agent konzentrieren. Eine Neuausrichtung der Arbeitskultur und eine zügige Adaption sind jetzt gefragt, denn COVID-19 hat Unternehmen gelehrt: Zu starre Geschäftsmodelle kann sich keiner mehr leisten – die Weiterentwicklung der Führungs- und Unternehmenskultur ist daher unausweichlich. Top-Führungskräfte sind sichtbar und bieten Orientierung, indem sie ein inspirierendes Zukunftsbild vermitteln, die Zielrichtung erklären und Wertschätzung zeigen. Sie treten als Vorbild auf und kommunizieren deutlich mehr. Dabei bleiben sie nah an ihren Mitarbeitern und fördern durch gute Fragen das selbstorganisierte Arbeiten. Unternehmen, denen es gelingt, die Führungs- und Unternehmenskultur auf Basis von Vertrauen weiterzuentwickeln, generieren Vorteile in mehrfacher Hinsicht: Die Mitarbeiter schätzen wieder ihre Tätigkeit und kommen weniger an ihre Belastungsgrenze, die Unternehmen sind wirtschaftlich erfolgreicher und als Arbeitgeber attraktiver.

Sie möchten sicherstellen, dass sich die selbstorganisierten Teams in Ihrem Unternehmen positiv entwickeln? Möchten Sie Ihre Führungskräfte noch stärker in der Rolle des Gestalters des Wandels befähigen? Ich freue mich auf Ihre Kontaktaufnahme unter jm@janinedodt.de oder +49 0176 35 49 77 70.

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