Fake Change oder echte Entschlossenheit zum nachhaltigen Veränderungsprozess?

Der gute Wille ist meistens vorhanden, doch manchmal laufen die in Unternehmen und Organisationen dringend notwendigen Veränderungsprozesse nach anfänglicher Euphorie ins Leere. Im Interview mit der Agentur Etextera erkläre ich die Ursachen, spreche über die Erfolgsfaktoren von Change-Management und beantworte Fragen zu meiner Arbeit als Change-Coach.

 

Agentur Etextera: Frau Müller-Dodt, welche Tipps geben Sie, um ein erfolgreiches und glückliches Leben zu führen?
Janine Müller-Dodt: Den Moment im Hier und Jetzt achtsam leben und sich auf das konzentrieren, was gerade geschieht. Denn es sind die kleinen Dinge, die unser Gemüt erheitern, uns Kraft geben und uns glücklich machen: ein Lächeln, eine Aufmerksamkeit, ein Sonnenstrahl oder das Zwitschern der Vögel. Und dankbar sein für das, was wir haben – Gesundheit, eine erfüllte Partnerschaft, ein sinnstiftender Job, Freunde …

Was haben Sie sich zu einer festen Angewohnheit gemacht?
Ich starte mit Power Yoga in den Tag. Das macht mich beweglich und meinen Kopf frei. Bevor ich in mein Büro gehe, genieße ich gemeinsam mit meinem Mann einen Espresso und das gemeinsame Frühstück.

Haben Sie Erfahrung mit Fake Change, also Veränderungsprozessen, die sich als Scheinprojekte ohne echte Veränderungsabsicht erwiesen haben?
Change-Prozesse starten überwiegend mit dem echten Interesse, die Organisation auf das veränderte Umfeld und die Zukunft auszurichten. Wird im Verlauf vom angekündigten Ziel abgewichen oder werden andere Prioritäten des Vorhabens deutlich, erzeugt das Schein. Das hinterlässt Spuren im Unternehmen und verringert die künftige Bereitschaft der Belegschaft, eine Extrameile zu gehen.

Woran erkennen Sie solche Projekte?
Entscheidungsträger ziehen sich in eine Beobachterrolle zurück und delegieren das Projekt an ein Change-Team. Fake Change kann entstehen, wenn die betroffenen Menschen das Neue nicht eigenverantwortlich durch Experimentieren und gemeinsames Lernen entwickeln können oder wenn der Wandel on top zum Tagesgeschäft schnell bewältigt werden muss und nur an einzelnen Schrauben gedreht wird.

Welches ist das Hauptproblem im Durchführen von Change-Projekten?
Der Glaube, dass man Wandel allein durch Projektmanagement erfolgreich abschließen kann. Das Projektmanagement kümmert sich nur um die technische Installation des Neuen und nicht um die mit dem Neuen verbundenen adaptiven Aspekte wie Verhalten und Werte. Soll die Belegschaft das Neue nachhaltig leben, müssen das Projekt- und das Change-Management gezielt miteinander verzahnt sein.

Wie gehen Sie als Change-Coach mit diesem Thema um?
Es gilt, den Projektfortschritt und den Veränderungsfortschritt auszubalancieren und die Handlungsorientierung und Effektivität der Verantwortungsträger sicherzustellen. Die Erfolgsgaranten für ein Change-Projekt sind Klarheit, Kommunikation, die Einbindung aller Stakeholder sowie ein vom Topmanagement unterstütztes Change Board. Dieses treibt den Prozess agil und in Abstimmung mit den Stakeholdern voran.

Was schätzen Sie an Ihrem Beruf?
Die Zusammenarbeit mit Menschen, ob einzeln oder in Gruppen. Gemeinsam erarbeiten wir Zusammenhänge, schaffen Klarheit und entwickeln eine handlungsorientierte Herangehensweise für die anstehenden Veränderungsprozesse. Auch schätze ich die vielfältigen Herausforderungen, die meine Kunden an mich herantragen, das co-kreative Erarbeiten neuer Lösungsansätze und das Lernen mit- und voneinander.

 

 

Vorheriger Beitrag
Kurswechsel gefällig?
Nächster Beitrag
Digital und doch persönlich

 

Menü