Purpose als Triebfeder und Leitplanke im Gesundheitswesen

Übergeordnete Werte geben nicht nur Orientierung, sondern haben zudem maßgeblichen Einfluss auf den Unternehmenserfolg. Change-Coach und Healthcare-Expertin Janine Müller-Dodt kennt die Bedeutung eines starken, klar definierten Purpose und erklärt, wie eng Purpose und Profit miteinander verknüpft sind.

 

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Der Anglizismus „Purpose“ hat längst Einzug gehalten in das Vokabular der Unternehmenswelt und bedeutet so viel wie Zweck, Zielsetzung oder auch Sinn. In Zeiten großer Veränderung, in denen Flexibilität und schnelle Entscheidungen gefragt sind, gibt ein übergeordneter Unternehmenszweck – also das Warum und Wofür – nicht nur einen klaren Rahmen für die tägliche Arbeit, sondern generelle Orientierung, Sicherheit und Struktur. „Gerade im Gesundheitsmarkt kommt derzeit vieles in Bewegung und verändert sich durch fortschreitende Digitalisierung, mehr Wettbewerb und stärkere Klimaschutzbestrebungen“, weiß Janine Müller-Dodt. „Ein gutes Gehalt allein ist für die Mitarbeitenden keine Motivation, jeden Morgen aufzustehen und für die Ziele des Unternehmens ihr Bestes zu geben. Gerade die nachrückenden Generationen haben andere Wertvorstellungen. Der Job soll nicht nur das benötigte Geld zum Leben einbringen, sondern sinnstiftend sein und glücklich machen. Toleranz und Offenheit gegenüber unterschiedlichen Kulturen, Werdegängen oder Lebensweisen ist den jungen Leuten ein wichtiges Anliegen.“

Mit Blick auf die Gesellschaft und die globale Welt setzt Purpose auf einer höheren Ebene an: Es geht um das höchste Gut, das eine Organisation als erstrebenswert betrachtet und beschreibt die „Daseinsberechtigung“ von Unternehmen und Organisationen. „Unternehmen, die einen Purpose für sich definiert und fest in der Unternehmenskultur verankert haben, differenzieren sich nachhaltig vom Wettbewerb und profitieren gleichzeitig von einer beständigeren Kundenloyalität, höheren Mitarbeiterzufriedenheit und einer deutlich stärkeren Wachstumskraft.“

Bei der Definition des Purpose für ein Unternehmen oder eine Organisation gehe es um einen individuellen, gesellschaftlichen und globalen Bezugsrahmen, so Janine Müller-Dodt: „Mit anderen Worten: Es ist ein übergeordneter, sinnvoller Beitrag festzulegen, mit dem das Unternehmen einen nachhaltigen Mehrwert für die Interessengruppen hervorbringt. Dabei sind die Faktoren People, Planet und Profit möglichst auszubalancieren.

People + Planet + Profit = Purpose

Als integraler Bestandteil jeder Organisation ist Purpose eng mit der Strategie verbunden, doch in vielen Unternehmen werde nur unzureichend zwischen Purpose, Vision und Mission abgegrenzt, bedauert die Healthcare-Expertin und rät dazu, das Leitbild mit Hilfe eines in den drei Elementen People, Planet und Profit ausbalancierten Purpose zu entwickeln.

Purpose sei als Investition zu verstehen und erfordere eine tiefe Verwurzelung im Geschäftsmodell, den Strukturen, der Unternehmenskultur und der Wertschöpfungskette. Purpose könne – ausgehend von einem Prototypen – iterativ weiterentwickelt werden. Und noch einen wichtigen Hinweis hält Janine Müller Dodt für die erfolgreiche Implementierung bereit: „Purpose ist erst wirksam, wenn jede Interessengruppe ihn versteht, Entscheidungen davon ableiten kann und die Interessengruppen zugleich eint und motiviert. Im Interesse der Glaubwürdigkeit sollten Organisationen darauf achten, dass im Tagesgeschäft Kommunikation und Handeln übereinstimmen.“

 

 

 

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